François Morellet Drucken E-Mail

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Pressemitteilung
01.09.2008

Editionen

5. September – 25. Oktober 2008
Vernissage am Freitag den 5. September ab 18 Uhr

Die Galerie Jordan Seydoux — Drawings & Prints freut sich, ein außergewöhnliches Ensemble monumentaler Drucke von François Morellet zu zeigen: Es handelt sich um großen Bögen, die zusammengelegt und dann mit Eisenstangen gepresst worden sind. Die Maße dieser Arbeiten variieren zwischen 250 x 250 cm und 200 x 150 cm. Zu diesem Ensemble werden auch Radierungen und farbigen Siebdrucke gezeigt.


Sachlichkeit, radikale Reduktion und Humor
François Morellets Selbstbeschreibung ist so knapp wie aufschlussreich in ihrer Selbstironie: „1948-75 Industrieller, ab 1946 verheiratet, ab 1950 abstrakter Maler, 1960-68 Mitglied von GRAV (Groupe de Recherche d'Art Visuel), ohne künstlerische Ausbildung, ohne Auszeichnungen.“
Im Jahr 1953 entsteht im Atelier von Morellet ein Bild, das als programmatisch für sein gesamtes späteres Werk angesehen werden kann: „16 Quadrate“, schwarze, senkrecht und waagerecht verlaufende Linien, die die Bildfläche in 16 gleich große Vierecke unterteilen.
Sachlichkeit und radikale Reduktion von Morellets Frühwerk „16 Quadrate“, das der Künstler bis in die 90er Jahre mehrfach variiert, haben im Paris jener Zeit nicht ihresgleichen. Humor ist laut Morellet seit Generationen eine Familientradition: „Unter Humor verstehe ich in erster Linie eine auf sich selbst und die gelebten Situationen anzuwendende Ironie. Hierin drückt sich eine ganze Kultur aus.“
Über die Bedeutung von Zufall und Spiel in seinem Werk sagt Morellet 1991: „Mein Zufall ist mit dem konzeptuellen Spiel bei Hans Arp und Sophie Taeuber verwandt, die ihre Vierecke nach dem Gesetz des Zufalls aus dem Hut zogen, um sie dann übereinander zu kleben. Im Grunde sind es diese Spiele und Systeme, die mich am meisten faszinieren.“ Mitte der 50er Jahre beschäftigt er sich mit der Gestaltung des Bildfeldes als einer tendenziell unendlichen, über die Begrenzungen des Bildes hinausreichenden Struktur. Jedoch wird die ,künstlerische Phantasie‘ im traditionellen Sinne (implizit die malerische Geste im ,all-over‘ eines Jackson Pollock) konsequent ausgeschlossen, indem Morellet zuvor Prinzipien und Systeme festlegt, die in den jeweils realisierten Werken zu unterschiedlichen, zufallsgebundenen Ergebnissen führen können.
Für das gesamte Werk Morellets gilt, dass ihn die Methode mehr interessiert als das bildnerische Endresultat – wobei er größte Sorgfalt darauf verwendet, dass letzteres vom Betrachter sowohl als ästhetisch befriedigend, als auch visuell attraktiv wahrgenommen wird. In den 60er Jahren differenziert Morellet die Möglichkeiten zufallsgebundener Systeme weiter.

François Morellet wird 1926 in Cholet, Frankreich, geboren. Er lebt in Cholet.

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Editionen
Austellungsdauer: 5. September bis 25. Oktober 2008


 

 

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