Pierre Buraglio Drucken E-Mail

Pressetext

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21.01.2012


PIERRE BURAGLIO
Rosa et/und Jules

Vernissage am Freitag, den 27. Januar 2012 ab 18 Uhr
Der Künstler wird anwesend sein.

Ausstellungsdauer: 28. Januar bis 03. März 2012


Die Galerie Jordan/Seydoux freut sich sehr, zum ersten Mal in Berlin eine Einzelausstellung des französischen Künstlers Pierre Buraglio präsentieren zu können. Buraglio zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern Frankreichs.
 
Buraglio wurde 1939 in Charenton, nahe Paris, geboren. Kontinuierlich bewegte er sich in seinen Arbeiten zwischen Abstraktion und Figuration und schuf ein beachtliches Korpus an Zeichnungen und Drucken. Während der 1960er Jahre entwickelte er eigenständige künstlerische Praktiken wie die 'Recouvrements' (Überlappungen), 'Agrafages' (Anheftungen) oder 'Camouflages' (Tarnungen). Nach dem Pariser Mai 1968 jedoch, ließ Buraglio die Malerei hinter sich und widmete sich ganz der politischen Aktivität. Als er 1974 zur Kunst zurückkehrte, begann er 'Malerei' zu produzieren, in der die Farbe direkt auf Keilrahmen, Bilderrahmen oder Fensterrahmen aufgetragen wurde. 1978 kehrte er dann mit der Serie 'Zeichnungen nach…' zur figurativen Darstellung zurück, die auf Arbeiten der großen Namen des kunsthistorischen Kanons, wie Poussin, Ingres, Cézanne und Giotto gründete. Eine Einzelausstellung im Centre Georges Pompidou in Paris im Jahr 1983 bedeutete den Durchbruch und verschaffte ihm größte Anerkennung. Heute ist Pierre Buraglio zusammen mit Claude Viallat und Christian Boltanski einer der großen französischen Künstler.
 
Hervorzuheben ist Buraglio's Verwendung von recycling-Materialien in Malerei, Zeichnung, aber auch in seinen Druck-Fabrikaten. Er schneidet, fügt zusammen, klebt und übereignet, bis ein unbekanntes subtiles Gleichgewicht sichtbar hervortritt, das Bilder oder vielmehr Fragmente von Bildern zusammenflickt.
 
Unermüdlich stellt Pierre Buraglio, der auch als Autor sehr produktiv ist und früher als Professor an der Ecole des Beaux-Arts in Paris lehrte, bis heute in Galerien, Museen und Kunst-Institutionen über Frankreichs Grenzen hinaus aus. Zurzeit zeigt das Museum über den 1. Weltkrieg in Péronne eine große Einzelausstellung von Arbeiten von Buraglio über den Krieg, die von der Sammlung des Museums inspiriert wurden.
 
Die Berliner Ausstellung Rosa et/und Jules präsentiert neue Lithographien, die den 1. Weltkrieg zum Gegenstand haben, eine neue Serie von 'geflickten' Zeichnungen, "d'après Dürer… - sa mère", sowie eine Auswahl älterer Arbeiten. Die Zusammenstellung gibt einen schönen Überblick über Buraglio’s Schaffen.
 
Die Serie Rosa et/und Jules beinhaltet 10 Lithographien als Unikate, die vom Künstler individuell überarbeitet wurden. Man sieht in ihnen das Schicksal eines Soldaten im Krieg: mit englischem Helm, dem Barett eines deutschen Marine-Soldaten, dem roten Kreuz der russischen Armee, deutschem Stiefel, einem französischen Käppi und natürlich der Pfeife, wie sie sie damals alle im Schützengraben rauchten. Der Name Rosa steht für Rosa Luxemburg, der großen deutschen Antimilitaristin, die 1919 von Freischärlern ermordet wurde, und Jules als anonyme Chiffre für jeden einzelnen Soldaten.
 
Bei den Zeichnungen der Serie "nach Dürer... - seine Mutter" handelt es sich um zerschnittene und wieder zusammen gefügte Skizzen eines Originals von Dürer aus dem Berliner Kupferstichkabinett. Die älteren Arbeiten der Reihe Métro Della Robbia sind zersägte Fragmente alter Pariser U-Bahn-Schilder, auf denen der Name der Station geschrieben stand. Mit ihnen würdigt Buraglio die leuchtend blaue Keramik des italienischen Renaissance-Bildhauers Andrea della Robbia.

Press Release

Press Release
24.01.2012


PIERRE BURAGLIO

Rosa et/und Jules

Opening on Friday 27 January 2012,  6 pm
The artist will be present

Exhibition from 28 January to 3 March 2012


The Gallery Jordan/Seydoux is very pleased to present in Berlin for the first time in a solo exhibition the work of Pierre Buraglio who is among one of the best  known French contemporary artists.

Born in 1939 in Charenton, just outside Paris, Pierre Buraglio has constantly moved between abstraction and figuration. He has produced a considerable body of drawings and prints. During the 1960s, he developed original artistic practices such as the ‘Recouvrements’ (Overlappings), ‘Agrafages’ (Staplings) and ‘Camouflages’. After May 1968, he stopped painting in order to devote himself to militant political activity. When he returned to art in 1974, he began producing ‘paintings’ where the paint was applied directly on wooden stretchers, frames and window frames. In 1978 he came back to figuration with the long series of ‘Drawings after…’ based on works by major figures of the art-historical canon such as Poussin, Ingres, Cézanne and Giotto. In 1983 a solo exhibition at the Centre Georges Pompidou in Paris established  his current recognition. Very close to the French movement « Supports / Surfaces », Pierre Buraglio is a major French artist along with Claude Viallat and Christian Boltanski.

One has to emphazise his use of recycled materials  in his paintings, drawings as well as in his prints. Buraglio cuts, assembles, pastes, transfers... in a subtil equilibrium he patches up images or rather fragments of images.

A prolific writer and former professor at the Ecole des Beaux-Arts de Paris, Buraglio exhibits regularly in galleries, museums and art institutions in France and abroad. Currently the Historial de la Grande Guerre, Museum of the First World War, in Péronne, France presents a solo exhibition of Buraglio's works on war, of which some were inspired by the museum's collections.

The Berlin exibition Rosa et/und Jules presents new lithographic works on the theme of the First World War, a new series of "Rafistolage" ("patch up") drawings, d'après Dürer… - sa mère, and a choice of older works. The  combination gives a very good overview of Buraglio's work.

The series Rosa et/und Jules is an edition of 10 unique lithographs, each one  reworked by the artist. One can see the outfits of the  regular combatant of the Great War: English helmet, beret of German sailor, red cross of the Russian army, German boot, French kepi and a pipe... as they all smoked the pipe. Rosa stands for Rosa Luxembourg, the German pacifist militant assassinated in 1919, and Jules, an anonymous nickname for all soldiers.

The drawings after Dürer… - his mother are cut out and reassembled sketches from a  Dürer drawing of his mother’s portrait, which is in the Kupferstichkabinett in Berlin.

Older pieces, the Métro Della Robbia works, are cut fragments of old parisian underground plates on which the name of the station was written. Pierre Buraglio pays here a tribute to the bright blue ceramics of the Italian Renaissance sculptors family della Robbia.

Images


Rosa et/und Jules
Ausstellungsdauer: 28. Januar bis 03. März 2012
















 

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